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Pressestimmen...


BNN 2012-07-11: Retter am Saxofon

Der Sound, der den Festsaal am Adenauerring durchtönt, ist schon ordentlich fett und kompakt. Damit ist es der 'Big Band' des KIT ein Leichtes, die zahlreich erschienenen Zuhöre auf ihre Seite zu ziehen. Das Ensemble wurde im Laufe der Jahre von seinem Gründer und Bandleader Günter Hellstern zu einem Klangkörper geformt, der durchaus höheren Ansprüchen gerecht werden kann. Dabei erschöpft sich das Repertoire längst nicht mit den klassischen Standards aus der Hochzeit der Big Band-Ära, also der 40er und 50er Jahre, sondern die Truppe spannt den Bogen auch zu moderneren Komponisten und Stilen. Mit Stücken etwa von Bob Mintzer, Tito Puente oder Astor Piazzolla betritt das Ensemble auch die Gebiete von Hard Bop, Latin, Funk und Rock. Die Spielfreude der Musiker und die ansteckende Leidenschaft des Bandleaders sind dabei fast mit den Händen greifbar. Rasantes wie Dizzy Gillespies Uptempo-Nummer 'Salt Peanuts' gelingt der Truppe denn auch ebenso überzeugend wie das fast schon impressionistisch klanggemalte 'Michelangelo' von Piazzolla, das in einem recht schwierigen Arrangement der Big Band des hessischen Rundfunks gespielt wurde. Mit dem Puente-Klassiker 'Oye como va' den meisten wohl eher von Carlos Santana bekannt konnte die Band noch mal so richtig abrocken und auch der Percussionist hatte hier ordentlich zu tun. Dabei schafft Bandleader Hellstern den Spagat zwischen dem präzise anleitenden Dirigenten und dem Showman. Ein Showman, der auch ein Multiinstrumentalist ist und sich auch mal die Tuba schnappt und zusammen mit dem Baritonsaxofonisten einen Battle ausficht. Auch wenn er danach gesteht, dass dies gar nicht geplant war, sondern der Saxofonist ihn nur geistesgegenwärtig unterstützt hatte, weil an Hellsterns Tuba plötzlich ein Ventil klemmte. Instrumente haben eben auch eine Tagesform. Nichts klemmte allerdings bei der Gastsängerin Marianne Martin. Mit großer Stimme und mindestens ebenso großem Charme interpretierte sie einige Songs, darunter auch den 20er-Hare-Klassiker 'Avalon' und ein Stück des Bandleaders selbst, 'Rhythm of My Heart'. Fast zu schade war es, als die Big Band dann mit Stevie Wonders 'Don't You Worry About A Thing' zum Ende des offiziellen Teils kam. Das ließen die begeisterten Zuhörer aber nicht mit sich machen, so dass das Ensemble natürlich noch einen ausgiebigen Zugabeteil spielen musste, bevor es sein Publikum in den lauen Abend entließ.

(BNN: Jens Wehn)

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