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BNN 2009-02-11: Neue Ideen - alte Coolness

Jahreskonzert der Uni-Big-Band vor vollen Rängen

Ist dieser Platz noch frei? Zusammenrücken ist gefragt im Studentenhaus, denn wie üblich sind unbesetzte Stühle extrem rar beim Jahreskonzert der Uni-Big-Band. Eigentlich ist die Bestuhlung bei flottem Swing-Tempo und schwierigen modernen Arrangements ja eher hinderlich beim Mitwippen. Aber es ist nun einmal ein eher traditionelles Konzert. Die in Schwarz gekleidete Band unter der Leitung von Günter Hellstem fängt erst einmal gemäßigt an, steigert sich in der ersten Hälfte über einen 5/4-Takt von Stan Kenton zu einem Percussion- Battle von Tito Puente, bei dem der 'König der Trommeln', 'El Rey Del Timbal' gesucht wird. Ganz klar, die zwei Trommler der Band, Hady Räuber (Schlagzeug) und Neuzugang Daniel Hemandez (Percussion) müssen ran. Dabei erweist sich der gebürtige Puerto Ricaner als echter Glücksgriff: Scheinbar spielend leicht bedient er Konga, Bongo oder Guica und versetzt die Band in lateinamerikanisches Feeling. Auch die unzähligen Solo-Spieler an den Saxofonen (allen voran Regina Fischer), Trompeten (besonders Jonathan Müller) oder in der Rhythmusgruppe (Uli Kaage am Piano, Frank Hennrich an der Gitarre) zeigen hingebungsvoll, was sie draufhaben. Bei dieser peppigen Veranstaltung ist es allein verwunderlich, dass die Ansagen so nervös und dürftig ausfallen. Etwas Ruhe bringt Sängerin Marianne Martin mit auf die Bühne. die vor allem bei ihren eigenen Texten glänzt: In 'Was Zählt' geht es - zunächst mit Reggae, dann im Swing-Rhythmus - um einen schlechten Tag, bei dem allein der Gedanke an den Liebsten bessere Laune verbreitet, bei dem portugiesischen 'Reflexâo da Lua' überzeugt erst musikalische Romantik, dann mitreißender Latin- Groove. Einfach gut, diese selbst geschriebenen Crossover-Stücke mit der Musik von Leiter Günter Hellstem, der es sich nicht nehmen lässt, beim längsten Stück des Abends ('Pick Up The Pieces' im Arrangement der Phil-Collins-Big-Band) selbst spritzig in die Pianotasten zu greifen. Wieder einmal hat diese unkonventionelle Big Band gezeigt, dass die Karlsruher Uni stolz auf sie sein kann - und dass ihr auch die alte Coolness aus den Sechzigern wie beispielsweise bei 'Killer Joe' mit Hammond-Sound verdammt gut steht.

(BNN: Anneke Brüning)

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