Energie und Rhythmen fluten den Hörsaal

  • Autor:

    Daniel Hennings

  • Quelle:

    BNN

  • Datum: 2026-02-15
  • Die Bigband des KIT gibt ihr Semesterkonzert mit Evergreens aus Jazz, Swing, Soul und Pop.

    Nicht nur das KIT-Sinfonieorchester und das KIT-Kammerorchester bespielen den akustische geeigneten Gerthsen-Hörsaal regelmäßig, auch die Bigband des KIT nutzt das Auditorium für ihre Konzerte zum Semesterabschluss. Über 700 Besucherinnen und Besucher bietet es Platz. Unter der bewährten Leitung von Günter Hellstern hat das Orchester ein aus 15 abwechslungsreichen Titeln bestehendes Programm geboten, das nicht nur das musikalisch weite Feld des Bigband-Jazz abbildete, sondern auch zahlreichen Solisten des Ensembles Gelegenheit gab, ihr Können zu zeigen.

    Wie auch die etlichen anderen am KIT angesiedelten, musiktreibenden Ensembles zeichnet sich auch die weitgehend aus Amateurmusikern bestehende Bigband durch ihre professionelle Qualität aus. Hier sitzt jeder Ton sauber, die einzelnen Sektionen aus Trompeten, Posaunen und Saxophonen spielen präzise zusammen, und die Begleitsektion aus Schlagzeug, E-Bass, Gitarre und E-Piano sorgt für das unverzichtbare rhythmische Fundament.

    Schon zu Beginn wurde deutlich, dass es ein spritziger, temporeicher und zum Fußwippen animierender Abend werden sollte: Mit dem Stück "Bandfire" der Jazz-Legende Peter Herbolzheimer wurde der weite Hörsaal regelrecht mit Klang, Drive und Rhythmus geflutet (Soli: Paulo Kupczyk, Mathis Kral). Ebenso zügig ging es etwa bei "Invitation" von Bronislau Kaper zu: die Soli spielten hier Tamino Fischer und Lukas Schätzle. Für Überraschung sorgte außerdem der Titel "Wiplash" von Hank Levy im 7/4-Takt, wohingegen "La Fiesta" von Altmeister Chick Corea unüberhörbar spanisches Kolorit aufscheinen ließ und sich dabei dennoch bestens mit dem klassischen Bigband-Sound vertrug (Soli: Daniel Gil und Paulo Kubczyk).

    Vielen Gästen dürfte indes "Caravan" von Duke Elligton bekannt gewesen sein - unter Günter Hellsterns Leitung erklang der Titel jedoch nicht in der bekannten meditativen Weise, sondern gehörig unter Strom gesetzt mit einem wilden Schlagzeugsolo von Hadi Räuber (weitere Solisten: Stefan Guth).

    Die Sahnehäubchen setzen bei Bigbands schließlich Sängerinnen und Sänger. Mit weitem Tonumfang nebst Fistelstimme glänzte Charlotte Helm etwa im nur mit E-Piano (Günter Hellstern) begleiteten Lied "Loving you" von Minnie Ripperton. Marcel Buchholz gefiel mit prägnanter Stimme etwa in "Nature Boy" von Eden Ahbez - Günter Hellstern bot hier auch ein apartes Solo am Akkordeon, Instrument des Jahre 2026 und absolut gerechtfertigt inzwischen auch in der Jazzmusik zu Hause.

    Dinah Schrieb wiederum wartete mit ihrer authentisch-soulmäßigen Stimme im Song "Cry me a river" auf. Auch im Trio boten die Gesangssolisten hörenswerte Eindrücke, nicht zuletzt auch in den Zugaben "Relight my fire" von Take That und dem Blues-Brothers-Evergreen "Everybody needs somebody". Viel Beifall und Jubelrufe waren logische Konsequenz für den gelungenen Auftritt der KIT-Bigband und der Gesangssolisten.

    Anlass: Semesterkonzert vom 2026-02-15
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